Grundig-Radio Type 3040M

©Norbert Meier 2017



Einführung und Veranlassung

In meinem Hochregallager in der Garage habe ich schon seit Jahren ein altes Röhren-
radio aus den 60'er Jahren eingelagert. Erst kürzlich habe ich mal die Rückwand von
diesem Radio abgeschraubt, um einen Blick auf das Radiochassis zu werfen. Das
war ein schlimmer Anblick, alle sichtbaren Teile waren mit einer dunklen, klebrigen
Staubschicht bedeckt. Ein Absaugen mit einer Staubsaugertülle war zwecklos.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als mit Wattestäbchen, die ich kurz in Brenn-
spiritus eintauchte, sämtliche Chassis-Flächen und Radiobauteile, wie z.B. Wider-
stände und Kondensatoren, mühevoll zu säuberen.

Bild 1

Das GRUNDIG-Radio Type 3040M

Meine Mühe beim Säubern war nicht vergeblich. Mit einem Testaufbau schalte ich das
Radio ein. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Sekunden drücke ich die UKW-Taste nach
unten und drehe am Abstimmdrehknopf. Mehrere UKW-Sender sind zu empfangen,
wobei das magische Band Vollausschlag zeigt.

Bild 2

Gesamtansicht nach dem Zusammenbau

Im Wohnzimmer bekommt das fertig montierte Grundig-Radio zum Fototermin einen
besonderen Platz. Das Holzgehäuse vom Grundig-Radio 3040M ist aus Teakholz
hergestellt.

Bild 3

Technische Einzelheiten

Der Schaltplan zeigt die elektrischen Details und vor allem die Röhrenbestückung mit
den Röhren ECC 85, ECH 81, EAF 801, EM 87 und ECL 86.

Bild 4

Die Röhren ECC 85 und ECL 86 besitzen jeweils im Glaskolben zwei Systeme mit
zwei getrennten Heizwendeln.

Bild 5

Das magische Band mit der EM 87

Die EM 87 ist eine Abstimmungsanzeigeröhre bei der die Elektronen aus der glühenden
Kathode über Ablenkelektroden auf eine fluoreszierende Schicht treffen. Diese Schicht
ist auf der Innenseite des Glaskolbens angebracht und leuchtet blaugrün.
Die beiden folgenden Bilder zeigen den Balken mit einer breiten Lücke, wenn kein
Sender eingestellt ist. Bei Sendereinstellung mit großer Empfangsgüte gehen die
Balken zusammen.

Bild 6

Die EM87 ist waagerecht hinter der Glasplatte positioniert. Im folgenden Bild sieht
man die fluoreszierende Schicht im Glaskolben.

Bild 7

Eine Schnittzeichnung zeigt weitere Einzelheiten vom Innenaufbau:

Bild 8

Die äußere Schaltung der EM87, die Steckerbelegung und ein einfaches Schema
zeigt das folgende Bild:

Bild 9

Der Netztrafo im GRUNDIG-Radio

Der Netztrafo in diesem GRUNDIG-Radio kann nur bis auf maximal 220 Volt Wechsel-
spannung eingestellt werden. Dies kann zu einem Problem führen, wenn bei heutiger
230 V~ im Netz das Radio eingeschaltet wird: Liegt an der Primärwicklung für 220 V~
die 230 V~, erhöht sich auf der Sekundärseite des Trafos die Spannung für die
Anodenspannung und die Spannung für die Röhrenheizung. Die erhöhte Anoden-
spannung kann zum Kurzschluß in den beiden Siebkondensator führen.
Die nachfolgende Schaltung sorgt für eine Reduzierung der Netzspannung am Radio.
Ein zusätzlicher Klein-Trafo vermindert mit seiner Sekundärseite (ca. 8 V~) die
Ausgangsspannung.

Bild 10

Ein kleiner Brettaufbau zeigt die erforderlichen Einzelteile mit der Steckdose für
220 V Wechselspannung:

Bild 11

Es gibt weitere Anwendungen für diesen 220 V~ Ausgang. Es können alte
Trafos für die Modelleisenbahnen, wie z.B. von Trix Express, Märklin und
Fleischmann, über die 220V-Steckdose angeschlossen werden.


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